Familienschlüssel

 

Für Fehlermeldungen oder Verbesserungsvorschläge bitte Link folgen: click
1

Chelicerenstellung orthognath: Grundglieder parallel nach vorne; Klauenglieder annähernd parallel gerichtet

  2  

Sternum
(Decae 2000)
Sternum
(Kraus & Baur 1974)
- Chelicerenstellung labidognath: Grundglieder nach unten weisend, Klauenglieder einander zugewandt. (Bei manchen labidognathen Spinnen können die Spitzen der Klauenglieder schräg aufeinander zulaufen (z.B. Dysderidae); stets verlaufen jedoch die Grundglieder der Cheliceren (schräg oder senkrecht) nach unten

  7  

Chelicere, ventral
(Jocqué & Dippenaar-Schoeman 2007)
2
(1)
Tarsen der Laufbeine mit 2 Klauen; apikales Segment der hinteren Spinnwarzen lang und fingerförmig

Theraphosidae

Spinnwarzen, ventral
(Jocqué & Dippenaar-Schoeman 2007)
- Tarsen der Laufbeine mit 3 Klauen

  3  

3
(2)
Gnathocoxa in ventraler Ansicht mit deutlichem Vorsprung; Labium mit Sternum verschmolzen; 6 Spinnwarzen; Prosoma und Habitus wie Abb.

Atypidae

 Habitus
(Locket & Millidge 1951)
Prosoma
(Kraus & Baur 1974)
Sternum
(Kraus & Baur 1974)
Habitus, lateral
(Kraus & Baur 1974)
- Gnathocoxa ohne solch einen Vorsprung; Labium vom Sternum getrennt; 2 bis 4 Spinnwarzen

  4  

Sternum
(Decae 2000)
4
(3)
Fovea rekurv, gerade oder eine breite Grube; Rastellum aus schwach ausgeprägten Stacheln oder fehlend

  5  

- Fovea prokurv; Rastellum deutlich

  6  

Prosoma, dorsal
(Decae 2000)
5
(4)
Fovea eine breite Grube; Labium mit zahlreichen Wärzchen; hintere Spinnwarzen lang

Hexathelidae

Labium
(Jocqué & Dippenaar-Schoeman 2007)
- Prosoma mit rekurver oder kurzer, gerader Fovea; hintere Spinnwarzen kürzer; Mittelmeerraum, Portugal und Osteuropa

Nemesiidae

Prosoma, dorsal
(Decae 2000)
6
(4)
Sternum dreieckig; Beine relativ kurz; nur im Mittelmeerraum

Ctenizidae

 Augen, frontal
(Buchli 1968)
 Habitus
(Buchli 1968)
 Habitus, lateral
(Buchli 1968)
Sternum
(Jocqué & Dippenaar-Schoeman 2007)
Prosoma, dorsal
(Decae 2000)
-

Beine I und II deutlich schlanker als III und IV

Cyrtaucheniidae

7
(1)

Vordere Mittelaugen deutlich grösser als andere Augen, scheinwerferartig; Augenfeld von dorsal betrachtet, viereckig (die Hinteraugen der Salticidae können aufgrund ihrer Kleinheit für den Anfänger schwierig zu erkennen sein; sie sind aber immer vorhanden!); Habitus wie Abb.

Salticidae

Augen, frontal
(Heimer & Nentwig 1991)
Prosoma, dorsal
(Roberts 1995)
Habitus
(Roberts 1995)
Habitus
(Roberts 1995)
- Vordere Mittelaugen normalerweise nicht deutlich grösser als andere; wenn vordere Mittelaugen doch grösser als restliche Augen, dann Augenfeld in Dorsalansicht nicht viereckig

  8  

8
(7)
Nur ein Paar Spinnwarzen deutlich ausgebildet (die anderen reduziert und kaum sichtbar oder fehlend); Serrula vorhanden oder fehlend

  9  

- Drei Paar Spinnwarzen deutlich ausgebildet; Serrula vorhanden. (Die Spinnwarzen können unterschiedlich gross sein, v.a. die mittleren Spinnnwarzen sind meist relativ klein und vom vorderen und hinteren Spinnwarzenpaar +/- verdeckt)

  10  

9
(8)

Spinnwarzen auf einem gemeinsamen Höcker sitzend; Serrula fehlend; vordere Mittelaugen am grössten; mit Ameisen assoziierte, frei jagende Spinnen. Habitus wie Abb.

Zodariidae

Augen, dorsal
(Roberts 1995)
Spinnwarzen, ventral
(Roberts 1995)
Spinnwarzen
(Roberts 1995)
Habitus, lateral
(Roberts 1995)
-

Spinnwarzen nicht auf einem gemeinsamen Höcker; Serrula vorhanden; Femur I stark verdickt

Palpimanidae

10
(8)
Hintere Mittelaugen und Seitenaugen bilden, von vorne betrachtet, ein gleichseitiges Sechseck; Beine mit langen Stacheln; Opisthosoma spitz zulaufend; Habitus wie Abb.; frei jagend

Oxyopidae

Augen, frontal
(Heimer & Nentwig 1991)
Bein
(Heimer & Nentwig 1991)
Prosoma, dorsal
(Roberts 1995)
Habitus
(Roberts 1995)
- Augenstellung anders

  11  

11
(10)
Hintere Seitenaugen grösser als alle anderen Augen; Männchen mit charakteristischem Borstenbüschel auf den vorderen Spinnwarzen; Prosoma mit typischem Streifenmuster; Spitzen der Tarsen mit Scopulahaaren. Habitus wie Abb.; freilaufend am Boden

Zoridae

Habitus
(Bellmann 1997)
Prosoma
(Roberts 1995)
- Hintere Seitenaugen nicht grösser als andere Augen; Borstenbüschel auf vorderen Spinnwarzen der Männchen fehlend

  12  

12
(11)
Augen in drei deutlich getrennten Reihen angeordnet: Vordere Augen - hintere Mittelaugen - hintere Seitenaugen. (Einige der nicht unter 13 genannten Spinnen zeigen Anklänge an diese Augenstellung: Bei Textrix (Agelenidae) sind die hinteren Mittelaugen deutlich grösser als die hinteren Seitenaugen. Bei Zoropsis (Zoropsidae) sind die vorderen Mittelaugen deutlich kleiner als die vorderen Seitenaugen und der Schnittpunkt der beiden Geraden (i) Prosoma-Mittellinie und (ii) Verbindungslinie hintere Seitenaugen / hintere Mittelaugen liegt, ebenso wie bei manchen anderen Spinnen (z.B. einigen Thomisidae) deutlich hinter dem Prosoma-Vorderrand; vgl. 13)

  13  

Augen, dorsal
(Bellmann 1997)
Augen, dorsal
(Bellmann 1997)
- Augen anders

  14  

13
(12)

Verbindungslinie hintere Seitenaugen - hintere Mittelaugen schneidet Mittellinie des Carapax am Prosoma-Vorderrand oder knapp dahinter; Augenstellung wie Abb.; freijagend; Weibchen tragen Kokon in den Cheliceren

Pisauridae

Prosoma, dorsal
(Heimer & Nentwig 1991)
Prosoma, frontal
(Roberts 1995)
Prosoma, frontal
(Roth 1985)
-

Verbindungslinie hintere Seitenaugen - hintere Mittelaugen schneidet Mittellinie des Carapax vor dem Prosoma-Vorderrand; Augenstellung wie Abb.; freijagend, Weibchen tragen Kokon an den Spinnwarzen angeheftet

Lycosidae

Prosoma, dorsal
(Heimer & Nentwig 1991)
Prosoma, dorsal
(Heimer & Nentwig 1991)
Prosoma, frontal
(Roberts 1995)
Prosoma, frontal
(Roth 1985)
14
(12)

Stellung der vorderen beiden Beinpaare laterigrad, mit den ursprünglichen Unterseiten nach vorn gerichtet, dadurch "krabbenartiges" Erscheinungsbild wie Abb.. (Augen oft weiss umrandet)

  15  

Habitus
(Roberts 1995)
Habitus
(Roberts 1995)
Habitus
(Roberts 1995)
Habitus
(Roberts 1995)
- Stellung der vorderen beiden Beinpaare nicht laterigrad

  18  

15
(14)
Beine I und II auffällig länger und oft auch dicker als Beine III, IV; Augen oft auf einem Höcker

Thomisidae

Habitus
(Heimer & Nentwig 1991)
Augen, dorsal
(Heimer & Nentwig 1991)
Habitus
(Roberts 1995)
- Beine I und II nicht auffällig länger und dicker als Beine III und IV

  16  

16
(15)
Scopulahaare auf Tarsen und Metatarsen

Sparassidae

-

Scopulahaare nur an den Tarsenspitzen

  17  

17
(16)

Augenstellung und Habitus wie Abb.

Philodromidae

Habitus
(Roberts 1995)
Habitus
(Roberts 1995)
Habitus
(Roberts 1995)
- Augen in 2 Reihen wie Abb.; sehr flache Spinne; in Europa nur mit einer Art vetreten; Mittelmeergebiet

Selenopidae

18
(14)
Augenstellung wie Abb.; Beine auffallend lang und dünn

  19  

- Augen anders

  20  

19
(18)
Augen (vordere Seitenaugen, hintere Seitenaugen, hintere Mittelaugen) in zwei Gruppen von je 3 Augen angeordnet, dazwischen kann ein Paar kleiner vorderer Mittelaugen vorhanden sein oder fehlen; in irregulären Netzen, sehr oft synanthrop

Pholcidae

Habitus
(Bellmann 1997)
Prosoma, dorsal
(Heimer & Nentwig 1991)
- Vier Augen in einer Gruppe, dahinter ein Paar weiterer Augen (haplogyn; kleine, kaum pigmentierte, sehr seltene Spinnen in Höhlen und höhlenartigen Habitaten)

Leptonetidae

Prosoma, dorsal
(Roth 1985)
-

4 Augen; Cheliceren zumindest an der Basis zusammengewachsen; sehr kleine Spinnen (< 0.6 mm). In Europa nur mit einer Art vertreten (Portugal); Höhlenbewohner

Symphytognathidae

20
(18)
Haplogyne Spinnen: Weibchen ohne Epigyne; Männchen mit birnen-, zwiebel-, oder flaschenförmigem Bulbus; basaler, meist verdickter Teil des Bulbus nur wenig vom Cymbium bedeckt (fast immer 6 Augen)

  21  

- Entelegyne Spinnen: Weibchen mit Epigyne; Männchen mit mehrteiligem Bulbus, dessen basaler Teil weitgehend vom Cymbium bedeckt ist (meist 8 Augen)

  27  

21
(20)
Augen in einer geschlossenen Gruppe beisammen stehend: Alle Augen um deutlich weniger als einen Augendurchmesser voneinander entfernt. (Ausnahme: Abstand zwischen Vorderaugen und Hinteraugen kann grösser sein, sodass die Augen dann einen geschlossenen Ring bilden)

  22  

- Augen nicht in geschlossener Gruppe: Augen oder Gruppen von Augen durch deutliche Zwischenräume (> Augendurchmesser) getrennt

  24  

22
(21)
8 Augen; das sehr lange Labium nahtlos mit dem Sternum verwachsen; Weibchen mit kurzem, proximalem Calamistrum; Habitus wie Abb. (nur in südlichsten Gebieten)

Filistatidae

 Habitus
(Ledoux 1977)
Metatarsus IV
(Heimer & Nentwig 1991)
Sternum
(Heimer & Nentwig 1991)
- 6 Augen; Labium nicht nahtlos mit Sternum verwachsen, sondern zumindest durch eine Naht abgegliedert; immer ohne Calamistrum. (Bei den sehr kleinen Oonopidae kann die Naht des Labium schwer zu sehen sein, dann ist aber das Labium nicht auffallend lange. Spinnen in Alkohol zeigen die Beine oft in charakteristischer Art und Weise um bis zu > 360° ringelartig eingedreht)

  23  

23
(22)
Körperlänge kleiner oder gleich 2 mm, mit massiven Scutumbildungen am Opisthosoma und gepanzerten Pleuren oder blass weisslich bis rötlich. Augen wie Abb.(selten)

Oonopidae

Prosoma, dorsal
(Heimer & Nentwig 1991)
Opisthosoma, lateral
(Heimer & Nentwig 1991)
Opisthosoma, lateral
(Heimer & Nentwig 1991)
- Körperlänge > 3 mm, anderer Habitus, vgl. Abb.

Dysderidae

Prosoma, dorsal
(Heimer & Nentwig 1991)
Habitus
(Roberts 1995)
24
(21)
Buchlungen fehlen, ersetzt durch ein Paar Tracheenstigmen beiderseits der Epigyne; Beine sehr lang und dünn, > 6 mal Prosomalänge; Körperlänge < 2 mm; in Höhlen; in Europa nur mit einer Art vetreten (Frankreich, Spanien)

Telemidae

- Buchlungen vorhanden

  25  

25
(24)
Tarsus der Laufbeine mit 2 Krallen; Habitus wie Abb.

Sicariidae

 Habitus
(Gertsch & Ennik 1983)
 Habitus
(Gertsch & Ennik 1983)
- Tarsus der Laufbeine mit 3 Krallen

  26  

26
(25)

Körperfärbung düster grau, schwarz, oder dunkelbraun; Prosoma nicht auffällig gemustert; Beinstellung charakteristisch: Beine I-III nach vorne gerichtet; Beine nicht auffallend dünn; Augen und Habitus wie Abb.

Segestriidae

Augen, dorsal
(Heimer & Nentwig 1991)
Habitus
(Roberts 1995)
- Körperfärbung hell rötlich bis gelblich braun; Prosoma sehr hoch; Augen wie Abb.; Körper mit auffallender schwarzer Musterung; Beinstellung normal, Beine sehr dünn. (In Mitteleuropa fast nur synanthrop, in südlichen Gebieten auch freilebend)

Scytodidae

Augen, dorsal
(Drensky 1939)
Habitus, lateral
(Heimer & Nentwig 1991)
Habitus
(Wiehle 1953)
27
(20)
Tarsus der Laufbeine mit 3 Krallen, mittlere Kralle oft klein und von Haarbüscheln bedeckt, dann am besten von der Unterseite zu sehen; die dichte Scopula-Behaarung ist in diesem Fall meistens in zwei Polster unterteilt, zwischen denen die oft dunkel glänzende Mittelkralle zu sehen ist; kann bei Kleinspinnen schwierig zu erkennen sein, indirekte Beleuchtung!

  28  

- Tarsus der Laufbeine mit 2 Krallen

  55  

28
(27)

Hintere Spinnwarzen sehr lang, an der Innenseite mit einer Reihe Spinnseide produzierender Tubuli

Hersiliidae

 Spinnwarzen, ventral
(Levy 2003)
- Anders

  29  

29
(28)
Seitenaugen bilden ein Viereck über die gesamte Breite des Prosoma; Weibchen - manchmal mit Ausnahme der vordersten Kopfregion - einfarbig schwarz und mit Cribellum/Calamistrum; Männchen mit zinnoberrotem Hinterleib mit 2-3 schwarzen Fleckenpaaren; Körper samtartig behaart; Weibchen in flächigen, cribellaten Netzen, die in einer Röhre enden; an Xerothermstandorten; selten

Eresidae

Prosoma, dorsal
(Heimer & Nentwig 1991)
Spinnwarzen und Cribellum, ventral
(Heimer & Nentwig 1991)
- Augen anders

  30  

30
(29)

Zwischen den langen hinteren Spinnwarzen ein auffallender Analhügel mit sternförmig angeordneten Borsten; Habitus wie Abb.

Oecobiidae

Habitus
(Bellmann 1997)
Habitus
(Bellmann 1997)
Spinnwarzen, ventral
(Drensky 1939)
Spinnwarzen, ventral
(Roberts 1995)
- Analhügel normal (hintere Spinnwarzen kurz oder lang)

  31  

31
(30)
Tarsus dorsal mit 0-2 Trichobothrien

  32  

- Tarsus dorsal mit mindestens 3 Trichobothrien

  48  

32
(31)
Pedipalpenfemur prolateral mit einer Gruppe von dickeren Borsten (beide Geschlechter); männlicher Metatarsus I stark modifiziert; cribellat; in Europa nur mit einer Art vertreten (Türkei)

Phyxelididae

- Anders

  33  

33
(32)

Prosoma und Habitus wie Abb.; cribellat; in horizontalem Radnetz oder in Dreiecksnetz

Uloboridae

 Habitus, lateral
(Wiehle 1953)
Prosoma, dorsal
(Roberts 1995)
Prosoma, dorsal
(Roberts 1995)
- Habitus anders (cribellat oder ecribellat)

  34  

34
(33)
Spinnwarzen in einer Querreihe stehend

Hahniidae
ad part. (Hahnia, Antistea)

Spinnwarzen, ventral
(Heimer & Nentwig 1991)
- Spinnwarzen nicht so

  35  

35
(34)
Vordere Spinnwarzen um das Doppelte ihres Durchmessers getrennt, nicht in einer Querreihe stehend (Männchen mit gewundenem, langen, nach hinten bis an den Anfang der Tibia reichenden Embolus; Weibchen entsprechend mit langen, unregelmässig verlaufenden Einführgängen, die durch die Epigyne +/- hindurchscheinen; sehr selten)

Hahniidae
(Tuberta)

 Pedipalpus
(Loksa 1969)
 Epigyne
(Heimer & Nentwig 1991)
-

Spinnwarzen anders

  36  

36
(35)

Cribellate Spinnnen; Weibchen mit Cribellum vor den Spinnwarzen, und mit Calamistrum; Männchen mit einem breiten Rudiment eines Cribellums; Calamistrum 1-reihig

  37  

Calamistrum
(Heimer & Nentwig 1991)
Spinnwarzen mit Cribellum
(Wiehle 1953)
-

Nicht cribellat, vor den Spinnwarzen ein zipfelartiger Colulus oder Colulus reduziert (im letzteren Fall - besonders bei Kleinformen - sind meist 2 bis mehrere Borsten anstelle eines Colulus vorhanden)

  38  

37
(36)

Gnathocoxen konvergieren apikal; kurze dichte Behaarung auf Prosoma und Opisthosoma

Dictynidae
ad part. (excl. Cicurina, Mastigusa)

Gnathocoxen
(Ubick et al. 2005)
-

Gnathocoxen annähernd parallel; Cheliceren der Männchen oft mit kurzen lateralen Stacheln, bei den Weibchen weniger deutlich ausgeprägt (Ausnahme: Pandava laminata)

Titanoecidae

Gnathocoxen
(Ubick et al. 2005)
38
(36)
Sternum mit zwei Vertiefungen am Vorderrand; das kugelige Opisthosoma gewöhnlich weit über das Prosoma gewölbt; Zeichnungsmuster wie Abb. eine seltene Kleinform (Körperlänge < 3 mm)

Theridiosomatidae

Habitus
(Bellmann 1997)
Sternum
(Roth 1985)
Habitus, lateral
(Wiehle 1937)
- Sternum ohne Vertiefungen am Vorderrand (Opisthosoma gewöhnlich nur wenig über das Prosoma gewölbt)

  39  

39
(38)
Labrum mit einer sklerotisierten Vorwölbung zwischen die Cheliceren ragend; Pleuren sklerotisiert; Körperlänge < 2 mm (Habitus unverwechselbar: Augen sehr klein, Körperfärbung rötlich, Körper stark gepanzert; selten)

Anapidae

Opisthosoma, dorsal
(Roberts 1998)
Opisthosoma, ventral
(Roberts 1998)
Opisthosoma, lateral
(Roberts 1998)
- Labrum ohne sklerotisierte Vorwölbung; Pleuren gewöhnlich mit höchstens einzelnen Skleriten; falls Pleuren stärker sklerotisiert, dann Körperlänge > 3 mm und/oder andere Färbung

  40  

40
(39)

Zumindest Weibchen mit dunklem Tuberkel proximal auf Femur I; Männchen mit starkem Dorn prolateral auf Metatarsus I; Habitus wie Abb.

Mysmenidae

Bein I
(Kraus 1967b)
Habitus, lateral
(Kraus 1967b)
Bein I
(Kraus 1967b)
Habitus, lateral
(Thaler 1975a)
- Anders

  41  

41
(40)
Cheliceren mit Kiel, endet als starker Chelicerenzahn; sehr seltene Zwergformen; Körperlänge < 3 mm

Synaphridae

- Anders

  42  

42
(41)
Tibia, Metatarsus I und II mit einer Reihe langer Stacheln, zwischen denen kürzere Stacheln liegen; Opisthosoma mit mindestens 1 Paar Höckern; Habitus wie Abb.

Mimetidae

Habitus
(Bellmann 1997)
Tibia und Metatarsus I
(Heimer & Nentwig 1991)
Habitus, lateral
(Heimer & Nentwig 1991)
- Tibia und Metatarsus I und II normalerweise ohne auffallende Stachelreihen; wenn Stachelreihen vorhanden, dann Opisthosoma ohne Höcker

  43  

43
(42)

Taster des Männchens mit riesigem, dunklen, proximalen Paracymbium; Weibchen mit Reihe verstärkter und gezähnter Borsten ventral am Tarsus IV; Labium distal mit weisslichem Wulst wie Abb.; Epigyne wie Abb.

Nesticidae

 Pedipalpus
(Thaler 1981b)
 Epigyne
(Jäger 1998a)
 Epigyne
(Pesarini unpubl.)
Labium
(Heimer & Nentwig 1991)
- Anders

  44  

44
(43)
Taster des Männchens mit kleinem distalen Paracymbium oder Paracymbium fehlend; Palpentibia tütenförmig-eng dem Cymbium anliegend, mit löffelartigem Vorderrand auf der Ventralseite (bedeckt oft hintersten Bereich des Bulbus); Weibchen mit Reihe verstärkter und gezähnter Borsten ventral am Tarsus IV - diese manchmal schwer erkennbar - oder in mehreren Reihen; Labium meist ohne distalen Wulst; wenn Wulst angedeutet, dann Epigyne anders als Abb. (Pigment der Hinteraugen meist heller als das der vorderen Mittelaugen; hintere Mittelaugen oft auffallend silbrig-weiss; Cheliceren meist schwach oder gar nicht bezahnt)

Theridiidae

Chelicere
(Drensky 1939)
Labium
(Roberts 1995)
- Weibchen ohne Reihe verstärkter Borsten am Tarsus IV; männlicher Taster anders; Labium mit oder ohne Wulst (Cheliceren meist mit zwei deutlichen Zähnchenreihen)

  45  

Chelicere
(Drensky 1939)
45
(44)
Gnathocoxen mindestens 1,5 mal so lange wie breit (Cheliceren oft gross und divergierend; Paracymbium des männlichen Tasters fast immer sehr lang oder gross und breit; in Radnetzen mit offener Nabe)

Tetragnathidae

Gnathocoxen ventral
(Heimer & Nentwig 1991)
Cheliceren, ventral
(Wiehle 1931)
Gnathocoxen ventral
(Wiehle 1931)
- Gnathocoxen weniger lang (ähnlich Abb.)

  46  

Gnathocoxen ventral
(Heimer & Nentwig 1991)
Gnathocoxen ventral
(Wiehle 1931)
46
(45)
Clypeus weniger hoch als 2x Durchmesser der vorderen Mittelaugen; Cheliceren immer ohne laterale Stridulationsrillen (Cheliceren meist mit lateralem proximalen Höcker; proximales Paracymbium des männlichen Tasters fast immer relativ klein und glänzend (vgl. Tetragnathidae); in Radnetzen mit geschlossener Nabe; oft grössere oder grosse und kräftige Spinnen; meist mit relativ kurzen, kräftigen bestachelten Beinen)

Araneidae

Prosoma, frontal
(Heimer & Nentwig 1991)
Cheliceren, frontal
(Heimer & Nentwig 1991)
- Anders

  47  

47
(46)
Clypeus normalerweise höher als 2x Durchmesser der vorderen Mittelaugen; wenn weniger hoch (Tapinopa, Poeciloneta), dann Cheliceren mit seitlichen Stridulationsrillen; Laterale Höcker der Cheliceren fehlend. (In Baldachin- oder Deckennetzen. Artenreichste Familie mit sehr vielen mittelgrossen und kleinen Arten. Grössere Arten mit langen und relativ dünnen Beinen (Bestachelung variabel), nicht kräftig gebaut. Achtung: Stridulationsrillen können schwierig zu erkennen sein: starke Vergrösserung und indirekte Beleuchtung!)

Linyphiidae

Prosoma, lateral
(Drensky 1939)
Prosoma, frontal
(Drensky 1939)
Prosoma, frontal
(Heimer & Nentwig 1991)
- Prosoma mit auffallend verlängerter Fovea; Cymbium des männlichen Pedipalpus mit gezähntem Höcker; in Europa nur mit eine Gattung vertreten (Frankreich, Italien und Spanien)

Pimoidae

 Prosoma, dorsal
(Hormiga 1994)
48
(31)
Tarsus I mit 3 dorsalen Trichobothrien

  49  

- Tarsus I mit mindestens 4 dorsalen Trichobothrien

  50  

49
(48)
Vordere Spinnwarzen um das Doppelte ihres Durchmessers getrennt (Männchen mit sehr langem, nach hinten bis weit über die Patella hinausziehenden Embolus; Weibchen entsprechend mit langen, unregelmässig verlaufenden Einführgängen, die durch die Epigyne hindurchscheinen; myrmecophil, sehr selten)

Dictynidae
(Mastigusa)

- Vordere Spinnwarzen um ihren Durchmesser getrennt. Embolus und Einführgang kürzer

Hahniidae
(Cryphoeca)

50
(48)
Vordere Spinnwarzen um mindestens ihren Durchmesser getrennt. (Hintere Spinnwarzen etwas länger als vordere - Unterschied zu Textrix (Agelenidae), wo die vorderen Spinnwarzen um etwa ihren Durchmesser getrennt sind, die hinteren Spinnwarzen aber ca. doppelt so lange sind wie die vorderen)

Dictynidae
(Cicurina)

Spinnwarzen
(Palmgren 1977)
- Vordere Spinnwarzen um weniger als ihren Durchmesser getrennt

  51  

51
(50)
Hintere Spinnwarzen deutlich (etwa 2x) länger als vordere

  52  

- Hintere Spinnwarzen mehr oder weniger gleich lang oder kürzer wie vordere

  53  

52
(51)

Kopfregion breit und seitlich abgerundet; Thoraxregion < 1,5 mal so breit wie Kopfregion; Bein I etwa körperlang. (Männlicher Taster mit je einer Apophyse auf Tibia und Patella)

Agelenidae
ad part. (Coelotes s.l.)

- Kopfregion schmäler, seitlich beinahe rechtwinkelig abgesetzt; Thoraxregion > 1,5 mal so breit wie Kopfregion; Bein I deutlich länger als Körper. (Männlicher Taster meist ohne Apophyse auf der Patella - Ausnahme: Agelena)

Agelenidae

Augen, dorsal
(Bellmann 1997)
Prosoma, dorsal
(Bellmann 1997)
53
(51)
Cribellate Spinnen; Cheliceren an der Basis knieartig vorgewölbt

  54  

- Ecribellate Spinnen; Cheliceren nicht knieartig vorgewölbt

Cybaeidae

54
(53)

Labium an der Basis deutlich verengt; Calamistrum 2-reihig; Cheliceren der Männchen ohne seitliche Stacheln; Habitus dorsal wie Abb.

Amaurobiidae
ad part. (excl. Coelotes)

 Habitus
(Koh unpubl.)
Labium
(Drensky 1939)
Metatarsus IV
(Heimer & Nentwig 1991)
55
(27)
Tracheenstigma etwa in der Mitte zwischen Epigastralfurche und Spinnwarzen gelegen; dorsales Zeichnungsmuster wie Abb.

Anyphaenidae

Opisthosoma, ventral
(Roberts 1995)
Opisthosoma, dorsal
(Roberts 1995)
- Tracheenstigma knapp vor den Spinnwarzen gelegen

  56  

56
(55)

Spinnwarzen apikal mit auffälligen Fiederhaaren

Prodidomidae

 Spinnwarzen
(Pérez & Blasco 1986)
 Opisthosoma, ventral
(Platnick & Penney 2004)
Spinnwarzen
(Jocqué & Dippenaar-Schoeman 2007)
- Spinnwarzen anders

  57  

57
(56)
Basalglieder der Spinnwarzen zylindrisch und meist lang; hintere Mittelaugen oft oval, nierenförmig oder eckig; bei der Gattung Micaria sind die hinteren Mittelaugen oval (gutes Erkennungszeichen für viele Gnaphosidae), aber die Spinnwarzen meist kurz, sie erscheinen daher untypisch; hier helfen als Merkmale zum Erkennen der Besitz weisser oder metallisch glänzender Schuppenhaare auf Körper und Beinen, der ameisenartige Habitus und eine meist vorhandene sattelförmige Einschnürung des Opisthosoma

Gnaphosidae

Habitus
(Braendegaard 1966)
Augen, dorsal
(Roberts 1995)
Spinnwarzen
(Roberts 1995)
Augen, dorsal
(Roberts 1995)
Spinnwarzen
(Roberts 1995)
Spinnwarzen
(Roberts 1995)
Augen, dorsal
(Roberts 1995)
- Basalglieder der Spinnwarzen (manchmal nur leicht) konisch

  58  

58
(57)
Vordere Spinnwarzen konisch, subdistal mit sklerotisiertem Ring; Tarsen pseudosegmentiert, bei konservierten Exemplaren häufig gebogen; in Europa nur mit einer Art vertreten (Griechenland)

Cithaeronidae

Spinnwarzen, ventral
(Jocqué & Dippenaar-Schoeman 2007)
- Anders

  59  

59
(58)
Beine ohne Stacheln; Metatarsen I und II aber mit 2 Reihen kurzer Dörnchen

Corinnidae
ad part.

- Beine mit Stacheln

  60  

60
(59)
Grosse, robuste, cribellate Spinnen, ähnlich einer grossen Lycoside; Habitus wie Abb.

Zoropsidae

 Habitus
(Murphy & Murphy 2000)
Habitus
(Bellmann 1997)
- Anders

  61  

61
(60)
Breite des Augenfeldes so breit wie halbe Prosomabreite, meist aber deutlich > 1/2 der grössten Breite des Prosoma; Labium deutlich länger als breit

  62  

Sternum
(Heimer & Nentwig 1991)
Prosoma, dorsal
(Roberts 1995)
-

Breite des Augenfeldes < 1/2 der grössten Breite des Prosoma

  63  

Prosoma, dorsal
(Roberts 1995)
62
(61)

Hintere Spinnwarzen mit 2 Segmenten, das distale Segment kurz und abgerundet; Beine kurz und kräftig, Bein II länger als Bein I; hintere Augenreihe deutlich länger als vordere; Prosoma dorsal median mit Furche; Augen und Spinnwarzen wie Abb.

Clubionidae

Habitus
(Sterghiu 1985)
Spinnwarzen
(Roberts 1995)
- Hintere Spinnwarzen mit 2 deutlichen Segmenten, das distale Segment konisch; Beine lang, Bein I wesentlich länger als Bein II; hintere Augenreihe nicht länger als vordere; Prosoma dorsal ohne Furche

Miturgidae

 Habitus
(Urones 1987)
63
(61)
Vordere Augenreihe prokurv

Corinnidae
ad part.

- Anders

  64  

64
(63)
Vordere Augenreihe gerade; Augen oft nahe beisammen

Liocranidae

Habitus
(Sterghiu 1985)
- Anders

Corinnidae
ad part.